„Auf den Punkt gebracht: Was ist Mediation?“

Ein vertrauliches und strukturiertes Konfliktlösungsverfahren, bei dem Parteien mithilfe eines Mediators oder mehrerer Mediatoren freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konflikts anstreben (Win-Win-Situation).

„Wann macht Mediation Sinn?“

Eine Mediation ist immer sinnvoll, wenn die Konfliktparteien trotz ihrer Auseinandersetzung in Zukunft miteinander zu tun haben wollen oder müssen. Dies kann bei Streitigkeiten am Arbeitsplatz, zwischen Unternehmen, zwischen Wohungseigentümern und/oder Mietern, in Familien oder zwischen Nachbarn der Fall sein. Hier ist es oft sinnvoll darauf hinzuarbeiten, dass keine der Parteien "unterliegt", sondern dass eine Lösung gefunden wird, mit der beide Parteien einverstanden sind und die für beide Parteien Chancen eröffnet. Oft können mit Hilfe des Mediators Lösungen gefunden werden, an die keine der Parteien bisher gedacht hat, die aber für alle am Konflikt Beteiligten von Vorteil sind!

„Was erwartet mich in einer Mediation?“

Zu Beginn einer Mediation wird nicht sofort über den Konflikt geredet. Stattdessen wird zunächst geklärt, ob das Mediationsverfahren für die Beteiligten Sinn macht. Der Mediator fragt die Parteien zunächst nach ihren Erwartungen und nach den Hoffnungen, die sie mit dem Mediationsverfahren verbinden. Anschließend erläutert der Mediator die Grundsätze des Mediationsverfahrens, auf die sich die Konfliktparteien einlassen müssen.

Erst wenn daraufhin das "Arbeitsbündnis" geschlossen worden ist, werden die einzelnen Konfliktfelder bearbeitet. Hierzu klärt der Mediator zunächst den Sachverhalt und die Parteien legen mit Hilfe des Mediators eine Liste der zu bearbeitenden Themen fest.

Unter Anleitung des Mediators erläutern die Parteien dann ihre Vorstellungen und Wünsche, wie sie den Konflikt am liebsten aus der Welt schaffen würden. Diese Positionen ("Ich will das ganze Erbe für mich!") sind Träume für eine erhoffte Zukunft, also das, was die Parteien "wollen". Der Mediator erforscht anschließend gemeinsam mit den Parteien, welche die diesen Positionen zugrundeliegenden jeweiligen Interessen und Bedürfnisse sind. Diese Interessen und Bedürfnisse ("Ich wünsche mir finanzielle Sicherheit.") stellen dasjenige dar, was die Konfliktparteien tatsächlich "brauchen".

Daraufhin werden Lösungen erarbeitet, die den beiderseitigen Interessen entsprechen und die zu einer gemeinsam erarbeiteten, einvernehmlichen und dauerhaften Beilegung des Konflikts führen. Diese werden abschließend (nach rechtlicher Beratung durch Anwälte) in die für die Wirksamkeit erforderliche Form gebracht. Es wird nichts beschlossen, zu was nicht jede Partei "ja" gesagt hat.

„Warum Mediation und nicht gleich zu Gericht?“

Gerichtsverfahren werden streitig geführt und werden meist durch ein Urteil beendet. Nicht die Parteien, sondern der Richter entscheidet den Rechtsstreit. Die Konfliktlösung erfolgt auf Grundlage rechtlicher Normen. Anders ist dies bei der Mediation: Der Mediator besitzt keine Entscheidungsbefugnis. Seine Aufgabe besteht darin, zwischen den Parteien zu vermitteln und für gegenseitiges Verständnis zu werben. Die Parteien bleiben autonom und finden mit Hilfe des Mediators eine selbstbestimmte Lösung für ihren Konflikt. Diese darf natürlich nicht gegen Recht und Gesetz verstoßen, sie kann aber ganz anders aussehen als das Modell, das das Gesetz vorsieht. Scheitert die Mediation, ist der Weg zu Gericht nicht versperrt.

„Das klingt alles schön und gut, aber wer kann an einer Mediation teilnehmen?“

An einer Mediation kann jeder teilnehmen! Die einzige Voraussetzung ist, dass er oder sie die Bereitschaft besitzt, sich mit den Beteiligten gemeinsam an einen Tisch zu setzen und an einer Lösung zu arbeiten.

„Gibt es auch Online-Mediation?“

Ja - Mediation kann mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel auch online durchgeführt werden. Dies bietet nicht nur zusätzliche Sicherheit in Corona-Zeiten, sondern eröffnet auch die Möglichkeit effizienter Mediationen ohne Reisetätigkeit.

„Was riskiere ich, wenn die Mediation scheitert?“

Nichts! Sollten die Beteiligten zu keiner Einigung gelangen stehen ihnen weiterhin dieselben Möglichkeiten zu Verfügung, den Konflikt zu lösen, wie vor der Mediation. Dabei steht es ihnen frei, zu einem späteren Zeitpunkt, erneut eine Mediation zu beginnen.


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